Im Rahmen des Diversity-Scheck-Projekts haben wir gemeinsam hingesehen: Denn wer Energie gerechter verteilen will, muss auch Informationen und Zugänge gerecht gestalten.
Sozial gedacht aber digital doch nicht für alle gemacht?
Sonnnig entwickelt digitale Lösungen, um überschüssige erneuerbare Energie sinnvoll zu nutzen. Beispielsweise indem Unternehmen überschüssigen Strom an Haushalte weitergeben, die von Energiearmut betroffen sind. Die Idee ist klar sozial gedacht: Energie weitergeben statt verschwenden. Doch in der Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen wurde jedoch eine entscheidende Lücke sichtbar. Viele Menschen, die von Energiearmut betroffen sind, haben erschwerten Zugang zu digitalen Angeboten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Energiethemen werden häufig in komplexer Fachsprache erklärt, Inhalte erscheinen in langen, verschachtelten Textblöcken und setzen ein Vorwissen voraus, das nicht selbstverständlich ist. Digitale Formulare verlangen mitunter Kenntnisse über Begriffe oder Abläufe, die nur für Fachpersonen logisch erscheinen. Für Sonnnig bedeutete das: Unser Ziel ist, Energie gerechter zu verteilen. Damit muss auch der Zugang zu Information und Plattformen gerecht gestaltet sein. Genau hier setzte unser Beratungsprojekt!
“Mit unseren Energiegemeinschaften wollen wir ALLE erreichen. Gerade beim Thema Stromspenden geht es darum, Informationen und Plattform für alle Leute lesbar zu machen.”
Lukas Hückel, Sonnnig
Was wir uns im Beratungsprojekt konkret angesehen haben
Im Rahmen des Projekts haben wir das digitale Angebot von Sonnnig aus der Perspektive der Barrierefreiheit betrachtet. Im ersten Schritt stand eine Bestandsaufnahme. Wir haben analysiert, wie Sonnnig Informationen aktuell aufbereitet und welche sprachlichen Anforderungen sie in ihren Texten stellen. Dabei ging es nicht nur um einzelne Formulierungen, sondern um die grundsätzliche Frage: Für wen ist dieses Angebot intuitiv verständlich und für wen nicht? Parallel dazu haben wir die visuelle Gestaltung analysiert. Dazu gehören Kontraste, Abstufungen bei Überschriften und die Verwendung von Icons sowie GIFs.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projekts war die Frage, wie Sonnnig Workshops und Informationsangebote künftig so gestalten kann, dass unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich erreicht und aktiv eingebunden werden. Gemeinsam haben wir erarbeitet, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Menschen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen, Sprachkompetenzen oder digitalen Kenntnissen gleichberechtigt teilnehmen können.
Das Projekt mit Sonnnig zeigt: Veränderung beginnt mit der Bereitschaft hinzusehen.
Und sie wird wirksam, wenn Inklusion systematisch in Strukturen verankert wird.
Vielen Dank an das gesamte Sonnnig-Team für das Vertrauen und die engagierte Zusammenarbeit!